BMW + ALPINA
- Peter Pisecker

- 4. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Bisher war ALPINA ein Automobilhersteller und vor allem eines nicht: ein Tuner. Jetzt ist es eine exklusive Marke der BMW Group.


Alpina war bis zum 1. Jänner 2026 ein deutscher Autohersteller mit Sitz in Buchloe, einem kleinen Ort etwa 70 km westlich von München. Gegründet 1965 von Burkard Bovensiepen, dessen Vater schon Büromaschinen unter dem Namen „Alpina“ produziert hatte, nahm die Firma sich BMW-Automobile vor und veränderte deren Fahrwerk, Bremsen, Innenausstattung und vor allem: den Motor.
Den Anfang machte der BMW 1500, die schon damals so genannte „Neue Klasse“. Das nächste, bestens geeignete Umbauobjekt war der zweitürige 02er-BMW (1602, 1802, 2002). Alpina legte überall dort Hand an, wo Bovensiepen Verbesserungsmöglichkeiten sah – was in seiner Werkstätte geschah, konnte mit Fug und Recht Veredelung genannt werden. Den Begriff Tuner lehnte Bovensiepen ab.
Dass die BMW AG den von Alpina veränderten Fahrzeugen volle Werksgarantie gewährte, war ein entscheidender Erfolgsfaktor.
1999 verbrachte ich einen unvergesslichen Abend mit diesem Gentleman, der nicht nur von Autos und Rennfahrern, sondern auch von hervorragendem Essen und Weinen viel verstand. 1978 hatte Burkard Bovensiepen begonnen, exklusive italienische Weine zu importieren, und zur Zeit unseres großartigen gemeinsamen Abendessens in Buchloe lag über eine Million Flaschen auf Lager. Alpina ist einer der führenden Weinhändler Deutschlands, beliefert Hunderte von Restaurants und Hotels und führt Tausende Privatkunden in der Kartei (alpinawein.de).
MOTORSPORT UND EXKLUSIVE KUNDENAUTOS

In den 1970er-Jahren entwickelte Alpina gemeinsam mit BMW-Ingenieuren den 3,0 CSL als Homologationsmodell für den Motorsport und setzte ihn in den nächsten Jahren erfolgreich in Tourenwagenrennen ein. Niki Lauda, Striezel Stuck, Derek Bell fuhren das potente Coupé von Sieg zu Sieg.
Zwei Modelle aus der 61-jährigen Geschichte des schwäbischen Herstellers sind hervorzuheben: Der Alpina B10 Biturbo von 1989 auf Basis des 5er-BMW (Modellreihe E34) war seinerzeit das schnellste viertürige Serienauto der Welt. Und der Roadster V8 aus dem Jahr 2002 war Alpinas Version des BMW Z8 – allerdings mit Automatik- statt manuellem Sechsganggetriebe, das bei BMW die einzige Option war. Vom Alpina Roadster V8 entstanden in Buchloe nur 555 Stück, hauptsächlich für den US-Markt.
Der Alpina B8 GT (2025) stellt eine Hommage an Firmengründer Burkard Bovensiepen dar, der 2023 verstorben ist. Die Daten: 4,4-Liter-V8-Biturbo, 634 PS, 3,3 Sekunden von 0 auf 100, Spitze 330 km/h. Nur 99 Exemplare wurden gebaut.

Nun sind die Markenrechte an Alpina auf die BMW AG übergegangen.
BMW ALPINA gilt fortan als eigenständige exklusive Marke im Verbund der BMW Group, neben den Marken Mini, BMW und Rolls-Royce. Zunächst liegt der Fokus der Bayern laut einer aktuellen Presseaussendung auf der Markenaktivierung – zentrale Elemente der Marke BMW ALPINA sind die einzigartige Balance aus maximaler Leistung und höchstem Fahrkomfort in Verbindung mit dem typischen Fahrgefühl eines Alpina. Dazu kommen ein reiches Angebot an Veredelungsmöglichkeiten und Materialien sowie die unverwechselbaren Details, die einen Alpina für Kenner erkennbar machen.

Der Name Bovensiepen verschwindet übrigens nicht, das Unternehmen lebt weiter als „Manufaktur für Fine Driving“: Andreas und Florian Bovensiepen ließen auf Basis des BMW M4 den neuen Bovensiepen Zagato entwickeln, der im Mai 2025 erstmals auf dem Concorso d’Eleganza Villa d’Este gezeigt wurde.
FOTOS: BMW Group, Alpina, Bovensiepen Automobile
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